Lohnsteuer 2015


Die Lohnsteuer 2015 und die Regelungen zur elektronischen Lohnsteuerkarte 2015


18.02.2014

Die Lohnsteuer 2015 ist in Deutschland keine eigene Steuer, sondern eine besondere Form der Einkommensteuer, weshalb die Lohnsteuer 2015 auch durch das Einkommensteuergesetz (EStG) geregelt ist.

Es gibt allerdings eine die Lohnsteuer 2015 betreffende Ergänzung zum Einkommensteuergesetz, die sogenannte Lohnsteuer-Durchführungsverordnung. In dieser zusätzlichen Verordnung finden sich weitere Rechtsvorschriften bezüglich der Lohnsteuer 2015. Hinzu kommen noch einige Lohnsteuer-Richtlinien, die bei strittigen Fragen ebenfalls zurate gezogen werden.

Auf der Elektronischen Lohnsteuerkarte 2015 sind sämtliche für die Bemessung der Lohnsteuer 2015 relevanten Daten des Lohnsteuerpflichtigen eingetragen, d.h. neben seinem Wohnsitz, insbesondere sein Geburtsdatum, das zuständige Finanzamt, die Steuerklasse, die Konfession, die Zahl der Kinder sowie etwaige zusätzlich beantragte Freibeträge.

Bislang wurde die Elektronische Lohnsteuerkarte 2015 dem Lohnsteuerpflichtigen als Pappkarte ausgehändigt. Zukünftig wird die Ausstellung einer Elektronischen Lohnsteuerkarte 2015 entfallen und statt dessen auf ein elektronisches Lohnsteuer“karten“verfahren umgestellt, so dass jedem Arbeitgeber die für die Ermittlung der Lohnsteuer 2015 relevanten Daten direkt durch das Finanzamt übermittelt werden.

Lohnsteuer 2015 als Teil der Einkommensteuer

Die Lohnsteuer 2015 – als Teil der Einkommensteuer – wird als so genannte Quellensteuer erhoben. Dies bedeutet, dass die Lohnsteuer 2015 – im Sinne einer Lohnsteuervorauszahlung – direkt von der Einkommensquelle, dem Lohn bzw. Gehalt, durch den Arbeitgeber des zur Zahlung der Lohnsteuer 2015 Verpflichteten einbehalten wird. Der Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, den einbehaltenen Betrag der Lohnsteuer 2015 an das Finanzamt, an dessen Ort der Lohnsteuerpflichtige seinen Wohnsitz gemeldet hat, abzuführen.

Die Höhe der vom Arbeitgeber einzubehaltenden monatlichen Vorauszahlung auf die Lohnsteuer 2015 bemisst sich nach der monatlichen Lohn- bzw. Gehaltshöhe sowie der Lohnsteuerklasse des Lohnsteuerpflichtigen. Der Betrag der Lohnsteuer 2015 kann hilfsweise der Lohnsteuertabelle 2015 (Monatstabelle) entnommen werden.

Lohnsteuertabelle 2015

Die Lohnsteuer 2015 entsprechend der Lohnsteuertabelle 2015 wird in Deutschland immer vom Arbeitgeber direkt vom Arbeitslohn der Arbeitnehmer einbehalten. Man spricht daher auch von einer Quellensteuer. Gleichzeitig ist es eine direkte Steuer, weil der Arbeitnehmer als Schuldner der Lohnsteuer 2015 gilt. Sie wird aber durch den Arbeitgeber berechnet und vom Gehalt des nicht selbstständigen Arbeitnehmers einbehalten.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei jeder Lohnzahlung oder Gehaltszahlung die Lohnsteuer 2015 zu berechnen, vom Bruttolohn abzuziehen und an das Finanzamt weiterzuleiten, auch dann, wenn der Arbeitnehmer nicht zur Einkommensteuer veranlagt wird. Der Arbeitgeber ist außerdem verpflichtet, die eingehaltene Lohnsteuer 2015 aller Arbeitnehmer bis zum zehnten Tag des Monats an das Finanzamt abzuführen, das für seine Betriebsstätte zuständig ist.

Soweit der Arbeitgeber im Rahmen der Gehaltsabrechnung kein automatisiertes Verfahren zur Berechnung der Lohnsteuer 2015 einsetzt, kann er die Lohnsteuer 2015 anhand so genannter Lohnsteuertabellen 2103 ermitteln, die im Fachhandel jährlich neu erworben werden können.

Die Lohnsteuertabelle 2103 (Monatslohnsteuertabelle) errechnet bzw. dokumentiert, in welcher Höhe der Arbeitgeber vom monatlichen Lohn bzw. Gehalt eines Arbeiters bzw. Arbeitnehmers unter Berücksichtigung der gesetzlich festgelegten Einkommensteuertarife sowie der einzelnen Lohnsteuerklassen Lohnsteuer 2015, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer einzubehalten hat.

Dabei wird die Lohnsteuertabelle 2103 in zwei Ausprägungen errechnet, der so genannten Allgemeinen Tabelle, die für rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer anzuwenden ist, bei der die Effekte aus der Vorsorgepauschale bereits in den monatlichen Betrag der abzuführenden Lohnsteuer 2015 eingerechnet sind. Die so genannte Besondere Tabelle findet Anwendung für Nicht-Rentenversicherungspflichtige wie z. B. Beamte oder Gesellschafter-Geschäftsführer, Rentner.

Zudem wird die Lohnsteuertabelle 2015 in Form einer Jahrestabelle errechnet und dokumentiert, so dass der Lohnsteuerpflichtige die auf Basis seines Jahresbruttolohns/-gehalts sich ergebende, tatsächlich zu leistende Lohnsteuer 2015 ablesen und mit der Summe der von seinem Arbeitgeber abgeführten Lohnsteuerbeträge vergleichen kann.

Lohnsteuer-Anmeldung 2015

Nur wenn die Lohnsteuer 2015 mit der Lohnsteuertabelle 2015 , die der Arbeitgeber für alle Arbeitnehmer zusammen abführen muss, weniger als 1.000,00 Euro beträgt, genügt auch eine jährliche Zahlung an das Finanzamt. Liegt dagegen der Gesamtbetrag der Lohnsteuer 2015 aller Arbeitnehmer eines Betriebes zwischen 1.000,00 Euro und 4.000,00 Euro, kann die Lohnsteuer 2015 auch vierteljährlich an das Finanzamt abgeführt werden. Neben der Lohnsteuer 2015 muss der Arbeitgeber außerdem die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag für alle Arbeitnehmer berechnen und diese Beträge ebenfalls an das zuständige Finanzamt überweisen.

Es muss aber keine detaillierte Auflistung zu der Anzahl der Beschäftigten oder zu deren Verdienst erfolgen. Es reicht aus, wenn der Arbeitgeber dem zuständigen Finanzamt eine Lohnsteuer-Anmeldung 2015 einreicht, in der der Gesamtbetrag der Lohnsteuer 2015 angegeben wird. Diese Lohnsteuer-Anmeldung 2015 erfolgt seit dem Jahr 2005 ausschließlich durch elektronische Übermittlung mittels des Steuerprogramms Elster.

Voraussetzungen zur Veranlagung der Lohnsteuer 2015 bei Arbeitnehmern

Bei Arbeitnehmern, bei denen Lohnsteuer 2015 entsprechend der Lohnsteuertabelle 2015 einzubehalten ist, wird eine Veranlagung nur unter bestimmten Voraussetzungen durchgeführt, u.a. wenn

  • die positive Summe der einkommensteuerpflichtigen Einkünfte, die nicht dem Lohnsteuerabzug zu unterwerfen sind oder die positive Summe der Einkünfte und Leistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen, jeweils mehr als 410 Euro beträgt,
  • auf der Elektronische Lohnsteuerkarte 2015 ein Freibetrag eingetragen worden ist,
  • der Arbeitnehmer nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn bezogen hat,
  • von Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer zu veranlagen sind, beide Arbeitslohn bezogen haben und einer für den Veranlagungszeitraum oder einen Teil davon nach der Steuerklasse V oder VI besteuert worden ist,
  • die Veranlagung beantragt wird, insbesondere zur Anrechnung von Lohnsteuer 2015 und Kapitalertragsteuer (Zinsabschlag) auf die Einkommensteuer,
  • einer der Ehegatten die getrennte Veranlagung beantragt oder beide Ehegatten für das Jahr der Eheschließung die besondere Veranlagung beantragen,
  • beim Lohnsteuerabzug die Progressionsmilderung des § 34 EStG berücksichtigt worden ist.

Welche Angaben benötige ich für die Berechnung der Lohnsteuer 2015

Zu den für die Berechnung der Lohnsteuer 2015 benötigten Daten gehören die Steuerklasse des Arbeitnehmers, die Zahl der Kinderfreibeträge für Kinder unter 18 Jahren und die Religionszugehörigkeit des Arbeitnehmers. Auch Pauschbeträge für Behinderte oder für Hinterbliebene werden auf der Elektronischen Lohnsteuerkarte 2015 eingetragen, sofern sie für die Berechnung der Lohnsteuer 2015 relevant sind.

Durch die Umstellung auf das papierlose Verfahren sind auch nicht mehr die Gemeinden für die Ausstellung der Elektronischen Lohnsteuerkarten 2015 oder für Änderungen an der Steuerklasse, der Religionszugehörigkeit oder des Namens zuständig, sondern das zuständige Finanzamt. Dieses nimmt ab 2011 alle Änderungen an der Steuerklasse, an der Religionszugehörigkeit, am Namen, an der Anzahl der eingetragenen Kinder oder an der Adresse vor und trägt Freibeträge oder Hinzurechnungsbeträge auf der Elektronischen Lohnsteuerkarte 2015 ein.

Die Steuerklassen

Um die Berechnung der Lohnsteuer 2015 zu vereinfachen, gibt es sechs verschiedene Steuerklassen für die Steuererklärung. Aus den unterschiedlichen Steuerklassen kann der Arbeitgeber ersehen, ob er für den Arbeitnehmer den Einkommensteuer-Grundtarif berechnen muss oder ob das Splittingverfahren anzuwenden ist. Außerdem liegen den verschiedenen Steuerklassen unterschiedliche Freibeträge und Pauschbeträge zugrunde, die zu einer Entlastung der Steuerzahler führen.

Es handelt sich dabei um den Arbeitnehmer- Pauschbetrag von 920 Euro oder den Pauschbetrag bei Versorgungsbezügen von 102 Euro (Steuerklassen I bis V), den Pauschbetrag für Sonderausgaben von 36 Euro (Steuerklassen I, II, IV) und von 72 Euro (Steuerklasse III), die Vorsorgepauschale, begrenzt durch vom Familienstand und der Rentenversicherungspflicht abhängige Höchstbeträge (Steuerklassen I bis IV) und den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende ab 2004 von 1.308 Euro jährlich (Steuerklasse II). Weitere Informationen erhalten Sie mit dem Steuerklassenrechner.

Zu Steuerklasse I gehören ledige, geschiedene oder verwitwete Arbeitnehmer, in Steuerklasse II werden alle ledigen, geschiedenen oder verwitweten Arbeitnehmer eingruppiert, denen ein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht. Steuerklasse III besteht aus verheiratetet Arbeitnehmern sowie Witwern und Witwen im Kalenderjahr, das dem Todesjahr folgt.

Wenn beide Ehepartner sich in einer nicht selbstständigen Beschäftigung befinden, werden sie entweder beide in Steuerklasse IV eingruppiert oder aber ein Ehepartner befindet sich in Steuerklasse III und der andere Ehepartner in Steuerklasse V. Zu Steuerklasse VI gehören alle Arbeitnehmer, die mehre Arbeitgeber haben, und zwar mit ihren zweiten und weiteren Elektronische Lohnsteuerkarten 2015.

Elektronische Lohnsteuerkarte 2015

Damit der Arbeitgeber berechnen kann, wie hoch die Lohnsteuer 2015 eines jeden Arbeitnehmers ist, musste jeder Arbeitnehmer bisher zu Beginn jeden Kalenderjahres eine Elektronische Lohnsteuerkarte 2015 einreichen, aus der die für die Berechnung relevanten Daten ersichtlich sind. Wird keine Elektronische Lohnsteuerkarte 2015 vorgelegt, berechnet der Arbeitgeber die Höhe der Lohnsteuer 2015 ohne Berücksichtigung von Freibeträgen.

Dies entspricht einer Besteuerung nach Steuerklasse VI. Darum musste jeder Arbeitnehmer bei erster Aufnahme einer Tätigkeit eine Elektronische Lohnsteuerkarte bei der Gemeinde seines Wohnortes beantragen. Bis Ende 2010 wurde eine Elektronische Lohnsteuerkarte in Papierform ausgestellt und den Arbeitnehmern jeweils zum Ende des Jahres per Post zugeschickt.

Ab 2015 werden die Elektronische Lohnsteuerkarten 2015 durch ein elektronisches Verfahren, das papierlos arbeitet, ersetzt. Dazu muss ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber seine persönliche Steuer-Identifikationsnummer sowie sein Geburtsdatum mitteilen. Der Arbeitgeber kann daraufhin alle Daten, die er über den Arbeitnehmer zur Berechnung der jeweiligen Lohnsteuer 2015 benötigt, beim Bundeszentralamt für Steuern per Datenfernübertragung abrufen.

Welche Vorteile hat die Elektronische Lohnsteuerkarte 2015

Durch die  Elektronische Lohnsteuerkarte 2015 wird der gesamte Prozess im Lohnsteuerabzugsverfahren zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Finanzamt und den Meldebehörden erheblich einfacher. Das papierlose Verfahren macht der jährlichen Vorlage einer neuen Elektronische Lohnsteuerkarte 2015 beim Arbeitgeber nicht mehr nötig. Auch wird künftig beispielsweise der Kinderfreibetrag nach Geburt eines Kindes oder bei einer Heirat die Änderung der Lohnsteuerklassen auf IV/IV automatisch beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Wie funktioniert das Verfahren mit der Elektronischen Lohnsteuerkarte 2015

Künftig muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber mit Beginn einer neuen Beschäftigung nur noch einmalig das Geburtsdatum und die steuerliche Identifikationsnummer (IdNr.) angeben und ihm mitteilen, ob es sich um das Haupt- oder um ein Nebenarbeitsverhältnis handelt. Mit diesen Informationen kann der Arbeitgeber nun die benötigten ELStAM für den Lohnsteuerabzug elektronisch bei der zuständigen Finanzverwaltung abrufen.

Im neuen Verfahren ist ausschließlich das Finanzamt für Ihre Lohnsteuerabzugsmerkmale zuständig (z. B. Berücksichtigung von Kinderfreibeträgen, Steuerklassenwechseln und anderen Freibeträgen).

Was wird gespeichert auf der Elektronischen Lohnsteuerkarte 2015

Welche persönlichen Daten auf der Elektronische Lohnsteuerkarte 2015 gespeichert sind und welcher Arbeitgeber diese in den letzten zwei Jahren abgerufen hat, können Sie zukünftig über das ElsterOnline-Portal Rubrik Arbeitnehmer einsehen. Dazu ist eine Authentifizierung unter Verwendung der IdNr. im ElsterOnline-Portal notwendig. Darüber hinaus ist das zuständige Finanzamt Ansprechpartner für Auskünfte.

Nur wenn die Lohnsteuer 2015 , die der Arbeitgeber für alle Arbeitnehmer zusammen abführen muss, weniger als 1.000,00 Euro beträgt, genügt auch eine jährliche Zahlung an das Finanzamt. Liegt dagegen der Gesamtbetrag der Lohnsteuer 2015 aller Arbeitnehmer eines Betriebes zwischen 1.000,00 Euro und 4.000,00 Euro, kann die Lohnsteuer 2015 auch vierteljährlich an das Finanzamt abgeführt werden. Neben der Lohnsteuer 2015 muss der Arbeitgeber außerdem die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag für alle Arbeitnehmer berechnen und diese Beträge ebenfalls an das zuständige Finanzamt überweisen.

Es muss aber keine detaillierte Auflistung zu der Anzahl der Beschäftigten oder zu deren Verdienst erfolgen. Es reicht aus, wenn der Arbeitgeber dem zuständigen Finanzamt eine Lohnsteuer-Anmeldung 2015 einreicht, in der der Gesamtbetrag der Lohnsteuer 2015 angegeben wird. Diese Lohnsteuer-Anmeldung 2015 erfolgt seit dem Jahr 2005 ausschließlich durch elektronische Übermittlung mittels des Steuerprogramms Elster.